Nord-Süd-Bahn Bau-Desaster, Baumfällungen an der Schönhauser Straße, Brief an OB Reker

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Verein NaBiS e.V., Initiative gegen Planungsirrsinn, am 03.März.2021,

12 Jahre nach Zusammenbruch des wichtigsten historischen Archivs nördlich der Alpen,
dass wegen des Baus eines Gleisswechselwerks für die Nord-Süd-Bahn eingestürzt war

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Schienenausbau auf kölsch:

Stadt ruft „Klimanotstand“ aus, beharrt auf Fehlplanung an der Schönhauser Straße,
sägt die prächtigen Bäume weg und plant überdimensioniertes Autobahn-Kreuz auf dem REWE - Parkplatz!


Ein offener Brief an Frau Reker und die Bevölkerung!

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Reker! Liebe Nachbarn!

Als gäbe es nicht schon genug Probleme und Schäden bei dem seit 17 Jahre (!) andauernden Bau der Nord-Süd-Bahn. Nachdem die Stadt vor 3 ½ Jahren alle alternativen Bauplanungen für den Schienenbau (über die Bonner Straße) ignorierte und alle 300 Bäume übereilt fällen lies, wurden am Karnevals-Sonntag noch einmal fünf der prächtigsten Platanen an der Schönhauser Straße gefällt.

Wir, einige Bürger, die wir Anwohner der Schönhauser und Bonner Straße sind, haben deswegen einige Fragen an Sie, Frau Reker.

Wir fragen uns, warum die Verwaltung nicht einfach einen Monat vor der Fällung der Bäume an der Schönhauser Straße die Bürgerschaft da-rüber informieren wollte, dass - nach Jahren der Bauverzögerung – auch am REWE-Parkplatz an der Schönhauser Straße gefällt werden soll?

Wäre es nicht korrekt gewesen, nachdem Sie unsere 300 teuren Bäume an der Bonner Straße vor drei Jahren einfach so abgeholzt haben, ohne anschließend Ihr Versprechen zu halten, die Bahn-Schienen zu legen, wegen der die Bäume ja angeblich weggesägt worden waren?

Wäre es nicht angemessen gewesen, (mit oder ohne Prüfung der Verbesserungsvorschläge der Bürgerinitiativen) einfach an die Öffentlichkeit zu treten und zu erklären, dass diese und jene Gründe dafür sprechen, die Kreuzung Schön-hauser Straße zu vergrößern und die dafür im Wege stehenden Bäume zu fällen? Oder zu erklären, inwiefern die Vergrößerung der sowieso schon großen Auto-Kreuzung Bonner/Schön-hauser Straße für das Legen von oberirdischen Schienen über die Bonner Straße überhaupt nötig ist?

Wir fragen uns auch, vor was sich die Stadt Köln bei den Baumfällungen in der Nacht und Nebel – Aktion, an jenem Karnevals-Sonntag-Morgen (14. Feb. 21) mit Absperrgittern und einer großen Armada von Sicherheitskräften schützen wollte? Etwa vor dem steuerzahlenden Bürger, der nach Rechtmäßigkeit der Fällung fragt und sich über das merkwürdige Verhalten der Kölner Stadtverwaltung im Hinblick auf die Erhaltung von Bäumen und dem Schienenausbau schon länger wundert?

Und dass, nachdem die Stadt bis heute nicht erklärt hat, warum die Bahn über die Bonner Straße bis in den Dezember 2019 nicht fertig gestellt worden war, obwohl genau für diesen Termin die 300 Bäume an der Bonner Straße in einem Eiltempo gefällt worden waren!

Warum konnte die Stadt-Verwaltung noch nicht einmal dafür Sorgen tragen, dass wenigstens am Tag der Fällung die Fäll-Genehmigung für die Anwohner vor Ort einzusehen war?

Und dass, obwohl Bürgerinitiativen, die sich über Jahre mit viel Gehirnschmalz, Zeit und Geld freiwillig in die Tiefen der unausgegorenen und veralteten Verkehrsplanung („dritte Ausbaustufe der Nord-Süd-Bahn“) begaben und eine Baum-schonende praktikable Alternative, sowohl für den Bau der dritten Ausbaustufe über die Bonner Straße, als auch für die Neu-Gestaltung der Kreuzung / Schönhauser/Bonner Straße, er-arbeitet hatten.

Hätte die Stadt nicht auch dankbar dafür sein können, dass sich Bürger so viel Mühe geben, die Planungen zu verbessern? Hätte die Stadt nicht auch dankbar dafür sein können, an einem solchen zentralen Verkehrsknotenpunkt, wie die Kreuzung Schönhauser Straße, solch große und gesunde Bäume stehen zu haben? Allein schon wegen der Verbesserung der Luftreinheit und wegen des Klimaschutzes? Leben wir nicht in Wolken von Autoabgasen und in einer Klima-Krise mit ungewissem Ausgang? War es wirklich unmöglich, die fünf prächtigen Bäume in die neue Kreuzungsplanung einzufügen?

Wir fragen Sie, Frau Reker, zeigt die Stadt-Verwaltung mit der Fällung der Bäume nicht auch den geringen Stellenwert an, den den Bäume in Stadt Köln tatsächlich haben? Und dass, obwohl Sie im Dürresommer 2019 den Klimanotstand ausgerufen haben? Zeigt die Stadtverwaltung durch diese rüde Baumfällung nicht auch ihre Geringschätzung gegenüber den engagierten Bürgern, die am Tag der Fällung vor Ort wie Gesetzesbrecher behandelt wurden? Zeigt nicht das Verhalten der Verwaltung, wie wenig bereit ist, mit begrenzten Ressourcen (Bäume, Geld, Verstand und Vertrauen) sinnvoll umzugehen und zu haushalten?

Das Ergebnis, der von den Bürgerinitiativen vor-gelegten Untersuchungen und Planungsvor-schläge aus den Jahren 2016/ 2017 war, daß die Verwaltung, die meisten der 300 Bäume entlang der Bonner Straße hätte stehen lassen können! Ganz sicher hätte man die fünf großen Platanen an der Schönhauser Straße, die am Karnevals-Sonntag gefällt worden sind, leicht erhalten können.

Der Kern des Problems scheint darin zu besteht, dass die Verwaltung die offensichtlichen Schwächen der Planung für die dritte Baustufe der Nord-Süd-Bahn nicht erkennen will! Die Stadtverwaltung hat sich gegen jeden guten Rat und gegen alle sinnvollen Erfordernisse einge-graben. Der massive Kreuzungsausbau an der Schönhauser Straße, der jetzt dort stattfinden soll, ist einer dem Auto immer Vorrang gebenden Verkehrsplanung geschuldet, die selbst dann dem Auto noch Vorrang gibt, wenn es - wie im vorliegenden Fall - durch die Stadtbahn um die Verminderung des Auto-verkehrs gehen soll!!

Der Grund dafür scheint ein einfacher zu sein. Die Stadt-Führung und die Verwaltung, der Sie, Frau Reker vorstehen scheint schon seit Jahren inkompetent zu sein! Sie, die Kölner Stadtverwaltung ist nicht in der Lage oder nicht Willens, die ihnen gestellten Aufgaben zu erledigen! Und das sieht man nicht nur an dem jahrelangen Planungs- und Baudesaster an der Trasse der Nord-Süd-Bahn, sondern auch an vielen anderen Bereichen der Stadtentwicklung, egal ob es sich um die Oper handelt, den Schienenausbau im generellen, die Sabotage der Großmarkt-Händler, die ökologisch schädliche Bebauung des Grüngürtels, die Abholzungen und „Verdichtungen“ in den Vierteln, den Hub-schrauberlandeplatz in Kalk und und und so weiter....

In jedem funktionstüchtigen Wirtschaftsbetrieb hätte man Sie, Frau Oberbürgermeisterin Reker und Ihre Führungsspitzen aus den entsprechenden Ämter entlassen!!

Frau Oberbürger-meisterin Reker nehmen Sie ihren Hut und gehen sie nach Hause!

Mit ernsthaften Grüßen,

Ottmar Lattorf

 

P.S.
Und gleichzeitig muss sich der Bürger über die POLITIK wundern, (insbesondere über die Grünen), die sich diesen Verwaltungs - In-kompetenzen, die man ja nicht nur an dem desaströsen Bau der Nord-Süd-Bahn erkennen kann, vorbehaltlos anschließt und sie gutgläubig rechtfertigt? Eine solche Politik ist ebenso überflüssig wie ein Kropf und hat ebenso abzutreten!

P.S.S.
Und gleichzeitig kann man sich über die ortsansässigen, lokalen Medien nur wundern. Würden diese einfach nur ihren Job machen und über die tatsächlichen Abläufe in Zusammenhang mit dem jahrelangen und teuren Scheitern der Nord-Süd-Bahn informieren, dann stünde Verwaltung und Politik in Unterhosen da und wären der Lächerlichkeit Preis gegeben. Aber nein, auch die ortsansässigen Medien reden den tatsächlichen, andauernden Skandal einfach schön. Politik, Verwaltung und Medien halten zusammen und dienen als Einheitsfront gegen die Ansprüche des steuerzahlenden Bürgers! Es geht bei der Nord-Süd-Bahn um den flächendeckenden Ausbau des Schienennetzes in Köln, um eine praktikable Alternative zum MIV (motorisierten Inndividualverkehr) zu schaffen. Doch tatsächlich wird genau die Notwendigkeit, die Stadt von den Autos zu befreien für sehr viel Geld, auf allen Ebenen und von allen Beteiligten sabotiert.

Zu Lasten des Fussgängers, zu Lasten der Kinder, zu Lasten der Schönheit, zu Lasten der Ruhe, zu Lasten der Gesundheit, zu Lasten der Plätze, zu Lasten unseres Lebensraums!


Verantwortlich: Ottmar Lattorf, Verein Nabis e.V. Internetseite: www.nabis.de,
Telefon Nr. 0221/341182, e-Post-Verbindung: nabis@web.de
Konto Nummer.: 0008 5233 26, Bankleitzahl: 3705 0198, bei Sparkasse Köln/Bonn;
Konto-Inhaber: Nabis e.V. ,H.Böhme.

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