Was die Massenmedien verschweigen

Griechenland

Worum geht es bei der Schuldenkrise in Griechenland? Fakten Check Griechenland

Die wochenlangen Auseinandersetzungen zwischen der neuen griechischen Regierung und der sogenannten „Troika“ ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie die Mainstream-Medien der Politik und den Großbanken in die Hände spielen und dabei die öffentliche Meinung in unserem Land zu manipulieren versuchen. Es soll sich keine Nation gegen die neo-liberale Umstrukturierung (Dergerulierung, Privatisierungen und Abbau des Sozialstaats) der Volkswirtschaften zu Wehr setzen können. Und es soll auch niemand verstehen, was vor unseren Augen eigentlich gespielt wird.

Die Medien inszenieren die Geschichte des faulen Griechen, der über seine Verhältnisse gelebt hat und der nun vertragsbrüchig wird und seine Schulden nicht mehr bezahlen kann. Und jetzt, da die Schulden so hoch sind, dass es klar ist, das diese niemals mehr zurückgezahlt werden können, verlangt die neue griechische Regierung die Sparpolitik absetzen zu dürfen. Nach Auffassung der „Troika“ soll diese Sparpolitik (auch „Austeritätspolitik“ genannt) zu Wirtschaftswachstum und zu Wohlstand führen. Obwohl nicht nur das Beispiel Griechenland zeigt, dass diese Politik völlig gescheitert ist, beharrt die Troika und die Bundesregierung weiter auf entsprechende „Reformen“ in Griechenland.

Der Druck auf die gewählte griechische Regierung geht von der sogenannten „Troika“ aus, die nicht demokratisch legitimiert ist. Die „Troika“ (gr. Dreigespann) ist ein Kontroll-Gremium des großen Kapitals bestehend aus Vertretern der Europäische Kommission, der Europäische Zentralbank, kurz EZB und dem Internationaler Währungsfond, kurz IWF. Sollte die neue griechische Regierung vor den Forderungen der EU-Banker kapitulieren und sich einverstanden erklären, das Sparprogramm doch fortzusetzen, wird Griechenland für Jahrzehnte zu Regression, Armut und Kolonialherrschaft verdammt sein. Wenn die Griechen das nicht wollen und in den Widerstand dazu gehen, werden sie gezwungen sein, die 320 Milliarden Euro Auslandsschulden zurückzuweisen. Das kann die internationalen Finanzmärkte zum Absturz bringen und den Zusammenbruch der EU verursachen.

Die Medien trommeln derweil für die Durchsetzung der Interessen des großen Kapitals und dafür, dass die Syriza-Regierung ihre Verpflichtungen gegenüber den griechischen Wählern aufgeben. Die augenblickliche griechische Regierung, die Anfang Februar 2015 mit überwältigender Mehrheit (über 70 Prozent) für die Beendigung der Sparpolitik und die Beendigung der Schuldenzahlungen angetreten ist, will staatliche Gelder in die Volkswirtschaft und in soziale Entwicklung stecken. Sollte die griechische Regierung sich durchsetzten, können die Folgen welthistorische Bedeutung haben. Denn die strittigen Fragen führen weit über die lokalen griechischen Probleme hinaus. Das gesamte globale Finanzsystem wird betroffen sein.

Das Problem der griechischen Regierung ist, das die Medien nicht darüber informieren, was für Verwüstungen diese Politik in Griechenland bisher angerichtet hat und wie sinnlos und destruktiv sie nicht nur für die griechische Volkswirtschaft ist. Schäuble (BRD), Juncker (EU) und Lagarde (IWF) fordern von der Athener Regierung die Verschärfung dieses Sparproramms, das Jahre lang grandios gescheitert ist.

Der normale Medienkonsument weiß im Allgemein auch nicht, wohin diese sogenannten „Hilfszahlungen“ an Griechenland überhaupt hinfließen und auch nicht nicht, wer diese „Troika“ ist, die die griechische Regierung massiv erpresst und unter Druck setzt. Die Leitmedien führen eine breit angelegte Desinformations-Kampagne mit dem Ziel, die europäische Bevölkerung auf die Fortsetzung der bisherigen Sparpolitik in allen EU-Staaten einzuschwören und die griechische Regierung zu stürzen. Das Diktat lautet: Kapitulation oder Staatspleite.

Zur Klärung dieser Zusammenhänge hier eine Dokumentation mit dem Titel „Macht ohne jede Kontrolle - Die Spur der Troika“ von Harald Schuhmann, der nur in einer gekürzten Fassung in der ARD gesendet wurde. Oder auch hier.

Zum dem Volksentscheid am Sonntag, den 5. Juli über die Sparmaßnahmen in Griechenland und der Haltung der deutschen Regierung zur Rettung des Euros hier eine vor kurzem gehaltene fulminante Rede von Gregor Gysi vor dem deutschen Bundestag (1. Juli 2015). Oder auch hier.

Eine etwas ausführlichere und tiefergehende Analyse zu der EU - Finanzkrise hier ein Interview von Ken Jebsen mit Ernst Wolf, Auto des Buches Weltmacht IWF, Chronik eines Raubzuges, von dem auch Griechenland betroffen ist. Hier das Interview.

Hier weitere Informationen und Materialien zu der Finanzkrise in Griechenland unter dem Titel Fakten Check Hellas

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